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0. Inhaltsverzeichnis
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0. Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung
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2. Ursprünge des Massakers
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I. Vorbemerkung
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II. Die Reformationsbewegung
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III. Innenpolitische Situation
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IV. Aussenpolitische Situation
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V. Die Protagonisten
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VI. Die Bartholomäusnacht
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VII. Zusammenfassung
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3. Beteiligung Katharinas von Medici
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I. Fragestellung
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II. Position Jean-Louis Bourgeons
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III. Position Irene Mahoneys
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IV. Position Janine Garrissons
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V. Position Jean Orieux’
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VI. Position einiger Zeitgenossen
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VII. Zusammenfassung
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4. Persönliche Beurteilung
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5. Bibliographie
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1. Einleitung
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Paris, 18. August 1572: Auf dem Platz vor der Kathedrale von Notre Dame findet die Trauung der katholischen Königsschwester Margarete von Medici mit dem protestantischen Bourbonenprinzen Heinrich von Navarra statt. Die Verbindung soll dem von Glaubenskriegen erschütterten Land endlich wieder den Weg in die Einheit weisen, weshalb viele namhaften politischen Vertreter der beiden religiösen Parteien anwesend sind. Münzen mit den Symbolen des Lammes und des Kreuzes sowie der Aufschrift „Annuntio vobis pacem“ werden zur Erinnerung an das friedbringende Ereignis geprägt.
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Doch der 24. August 1572 bringt eine unerwartete Wende: Mehrere tausend Protestanten, darunter viele der namhaften politischen Vertreter, werden mit ungeahnter Brutalität massakriert, der katholische Mob tobt, Paris wird zum Schauplatz einer wahren Massenschlächterei. Nur eine Woche nach der vermeintlich friedbringenden Trauung ist der angestrebte Friede in weite Ferne gerückt, in ganz Frankreich wütet einmal mehr ein furchtbarer Bürgerkrieg.
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Welches waren die Voraussetzungen, die ein solches Gemetzel ermöglicht haben? Und welche Rolle sowie welche Verantwortung müssen der Königsmutter Katharina von Medici dabei zugeschrieben werden? Diese beiden Fragen möchte ich in der vorliegenden Arbeit behandeln und soweit möglich zu beantworten versuchen.
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2. Ursprünge des Massakers
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I. Vorbemerkung
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Eine Schilderung der Ursprünge des Massakers weist zwangsläufig bereits interpretatorischen Charakter auf. Einige Streitpunkte wirken sich dabei unmittelbar auf die Beantwortung der Frage nach der Rolle sowie der Verantwortung Katharinas von Medici aus und sollen im dritten Kapitel vertieft betrachtet werden; Sie sind deshalb in diesem Kapitel mit einem Fragezeichen (?) markiert worden.
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II. Die Reformationsbewegung
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Ein Exponent der von Martin Luther zu Beginn des 16. Jahrhunderts eingeleiteten Reformationsbewegung war Johann Calvin. Seine als Kalvinismus bezeichnete Lehre hatte zusammen mit den Thesen Luthers Mitte des 16. Jahrhunderts Frankreich erfasst und rund einen Sechstel der französischen Bevölkerung zum Protestantismus konvertieren lassen. Da Calvin in Genf lebte und seine Lehre in der Westschweiz besonderen Anklang fand, wurden die Protestanten in Frankreich gemeinhin als Hugenotten bezeichnet.
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Aus persönlicher Überzeugung und auf Druck des Papstes forderte das katholische französische Königshaus jedoch die konfessionelle Einheit des Landes und setzte die Protestanten zur Verfolgung aus. Die protestantische Religionsausübung wurde damit in den Untergrund gedrängt, bekennende Protestanten als Ketzer hingerichtet.
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III. Innenpolitische Situation
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Um sich gegen die Verfolgungen besser zur Wehr setzen zu können und offizielle Glaubensfreiheit zu erreichen, vereinigte der protestantische Adel seine politischen und militärischen Kräfte. Als Gegenbewegung dazu schloss sich der katholische Adel zur Heiligen Liga zusammen. Das französische Königshaus wurde zum Spielball zwischen den beiden Kräften: Allein die finanzielle und politische Abhängigkeit vom Adel beider Parteien liess eine explizite Parteiergreifung gar nicht zu. Zwischen 1562 und dem 18. August 1572 verstrickten sich Katholiken und Protestanten deshalb bereits in drei Bürgerkriegen (insgesamt sollten es bis 1598 deren acht werden). Sowohl militärisch wie auch politisch vermochte sich aber keine der Parteien endgültig durchzusetzen, die Friedensverträge und königlichen Edikte, die den Protestanten jeweilen gewisse beschränkte Rechte einräumten, vermochten längerfristig niemanden zu befriedigen und mündeten stets wieder im Bürgerkrieg.
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IV. Aussenpolitische Situation
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Neben dem Papst unterstützte in erster Linie das katholische spanische Königshaus die Verfolgung der Protestanten, und da Spanien im Besitz der Niederlande und des Burgunds war und Frankreich damit beinahe umschloss, musste auf das spanische Königshaus stets besonders Rücksicht genommen werden. England und Deutschland, die beiden andern an Frankreich grenzenden Grossmächte, kritisierten die Verfolgungen, da beide aufgrund erfolgreicher Reformationsbewegungen im eigenen Land Sympathie für die französischen Protestanten hegten. Gleichzeitig versuchten natürlich alle Beteiligten, die inneren Streitigkeiten Frankreichs zu ihrem Vorteil auszunutzen, um Landgewinne erzielen zu können.
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So befand sich das französische Königshaus auf einer heiklen Gratwanderung; Je nach Konstellation der innen- und aussenpolitischen Verhältnisse verfügten die Verfolgungen deshalb über unterschiedliche Intensität. Doch einen noch fast grösseren Einfluss auf die Intensität der Verfolgungen besassen die Protagonisten der beiden Parteien und des französischen Königshauses.
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V. Die Protagonisten
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König von Frankreich war am 18. August 1572 Karl IX., Sohn des 1559 verstorbenen Heinrich II. von Orléans und Katharinas von Medici. Aufgrund seines jungen Alters sowie seiner leichten Beeinflussbarkeit wurde er jedoch von beiden Parteien wie auch seiner Mutter manipuliert (?). Als eigentliche Protagonistin des französischen Königshauses kann deshalb Katharina von Medici gelten (?).
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Die aus dem reichen florentinischen Kaufmannsgeschlecht der Medici stammende Katharina hatte seit dem Tod ihres Ehemannes viel über die Machtspiele am französischen Hof gelernt. Während ihr ältester Sohn Franz II. (der seinem Vater als Minderjähriger auf den Thron gefolgt war) noch fest in der Hand der königlichen Berater gewesen war, verstand sie es recht gut, Karl IX. nach ihren Vorstellungen zu steuern (?). Ihr erklärtes Ziel war es dabei, den Einfluss der beiden Parteien im Zaun zu halten und Kriege, insbesondere Bürgerkriege, zu vermeiden (?).
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Die Heilige Liga der Katholiken stand 1572 unter dem Vorsitz Heinrichs, Herzog von Guise. Die Guisen, ein altehrwürdiges französisches Geschlecht, bestimmten zur Zeit Franz II. als dessen Berater die Geschicke Frankreichs, vermochten sich aber zur Zeit Karl IX. nie endgültig in den Machtkämpfen gegen Katharina von Medici durchzusetzen. Die Guisen pflegten guten Kontakt zum spanischen Königshaus und waren überzeugte Anhänger der konfessionellen Einheit.
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Der Gegenspieler der Guisen 1572 war Admiral Gaspard de Coligny, ein Kriegsheld, der von Karl IX. wie ein Vater behandelt wurde (?). Die Protestanten unterstützten die Aufstände ihrer Glaubensgenossen in den Niederlanden und bezogen damit Position gegen die Spanier.
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Dass mit dem angesehenen Heinrich von Guise und dem Kriegshelden Admiral Coligny beide Parteien über charismatische Führerpersönlichkeiten verfügten, steigerte die Gefahr von Bürgerkriegen zusätzlich: Die Ermordung des gegnerischen Anführers wurde zum probaten Mittel zur Schwächung der gegnerischen Partei (während ein gescheiterter Mordanschlag die Heroisierung der angegriffenen Person förderte). Solche Mordanschläge führten aber aufgrund der stets angespannten und aggressiven Lage unweigerlich in einen neuen Bürgerkrieg.
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VI. Die Bartholomäusnacht
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Vier Tage nach der hoffnungsstiftenden Trauung Margaretes und Heinrichs, am 22. August 1572, wurde an Admiral Coligny auf offener Strasse ein Mordanschlag verübt. Als Drahtzieher hinter dem Anschlag konnten die Guisen ausgemacht werden. Admiral Coligny wurde angeschossen, trug aber keine lebensgefährlichen Verletzungen davon.
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Die Protestanten fürchteten nun um ihr Leben, verbarrikadierten sich in den ihnen zugewiesenen Quartieren und begannen, über mögliche Vergeltungsschläge nachzusinnen. Die Katholiken fürchteten mögliche Vergeltungsschläge, interpretierten die Verbarrikadierung als Verschwörung und begannen, über die Vorteile der Ermordung der anwesenden namhaften politischen Vertreter der Protestanten nachzusinnen. Das französische Königshaus, sich vor möglichen Vergeltungsschlägen und der ungleich grösseren Macht des zum religiösen Märtyrer aufgestiegenen Admiral Colignys fürchtend, schloss sich den Katholiken an und verfügte, die wichtigsten Anführer der Protestanten zu liquidieren.
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Doch die Angespanntheit und Aggressivität der Lage wurde klar unterschätzt (?): Die auf die frühen Morgenstunden des 24. August 1572 angesetzten Morde entfachten eine Eigendynamik in der Pariser Bevölkerung (?), welche sich in einer von ungeahnter Brutalität geprägten Massenschlächterei entlud. Die verarmte Bevölkerung, von den Predigern seit Jahrzehnten gegen die als Ketzer verschrieenen Protestanten aufgehetzt, profitierte von den Massakern in Form des Raubguts und liess deshalb ihrem Hass freien Lauf. Als Folge wurden an diesem Sonntag, dem Tag des heiligen Bartholomäus, mehrere Tausend Protestanten in Paris auf grausamste Art und Weise umgebracht. Während rund einem Monat setzten sich die Massaker danach auch in vielen Provinzen Frankreichs fort.
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Die Schätzungen über die Anzahl der Toten sowohl in Paris wie auch in den Provinzen gehen weit auseinander. Mir scheint, als Richtwert könne von etwa 5'000 Opfern in Paris und rund 20'000 Opfern insgesamt in Frankreich ausgegangen werden.
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VII. Zusammenfassung
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Da die Reformation auch den Adel aufhetzte oder in seinen Bann zog, standen dem Königshaus keine neutralen Berater mehr zur Verfügung. Alle Personen waren demnach persönlich betroffen und versuchten, dem König Zugeständnisse für ihre Partei abzuringen. Damit stand nicht mehr das Wohl Frankreichs, sondern das Wohl der bevorzugten religiösen Partei im Vordergrund.
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Das französische Königshaus, mit minderjährigen Königen bestückt und in finanziellen Nöten, war nicht in der Lage, den Umgang mit den Protestanten klar festzulegen, den Protestantismus also mit entschiedenen Aktionen zu bekämpfen oder zu tolerieren. Beide Parteien wie die angrenzenden Grossmächte buhlten deshalb ständig um die Gunst des französischen Königshauses, welches mit seinen wankelmütigen Entscheiden nach und nach jede Glaubwürdigkeit einbüsste und damit die Kontrolle über die Geschehnisse verlor (?). Die Bartholomäusnacht stellte also je nach Interpretation eine Verzweiflungstat zur Rückeroberung der Kontrolle oder der Höhepunkt der Regierungsunfähigkeit dar.
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Die jahrelangen Auseinandersetzungen und die internationale Lage machten aus Frankreich ein Pulverfass. Aufgrund der Personifizierung der Auseinandersetzungen musste die Konzentration der vielen namhaften politischen Vertreter von Katholiken und Protestanten in Paris zu einer Eskalation, beispielsweise in Form eines Mordanschlags, führen. Die Dimension der darauf folgenden Massaker war überraschend (?), aber aufgrund der sozialen und ökonomischen Lage der Bevölkerung relativ einfach erklärbar.
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3. Beteiligung Katharinas von Medici
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I. Fragestellung
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Die rund 20'000 im Anschluss an die Bartholomäusnacht verübten Massaker sind eindeutig im Zusammenhang mit den vorangegangenen Mordanschlägen auf Admiral Coligny zu verstehen. Um Rolle und Verantwortung Katharinas von Medici an den Massakern differenzierter beurteilen zu können, scheint es mir deshalb sinnvoll zu sein, folgende Punkte etwas ausführlicher zu betrachten:
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Reichte die Macht Katharinas von Medici überhaupt aus, um die Mordanschläge bzw. die Massaker zu planen und durchzuführen?
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Welche Verantwortung trägt die Königsmutter an den Attentaten vom 22. August 1572 bzw. vom 24. August 1572?
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Welche Kausalität besteht zwischen den Mordanschlägen und den darauf folgenden Massakern?
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Um diese Fragen zu beantworten, werde ich einige Literaturbeispiele auf folgende Positionen untersuchen:
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1. Wie gross war die Abhängigkeit Karl IX. von seiner Mutter Katharina von Medici?
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2. Welche Beteiligung kann dieser bezüglich des Attentats an Admiral Coligny vom 22. August 1572 vorgeworfen werden?
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3. Welche Beteiligung kann ihr bezüglich der Attentate an den protestantischen Anführern vom 24. August 1572 angelastet werden?
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4. Waren die Massaker geplant und inwiefern war Katharina von Medici an der Planung beteiligt?
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II. Position Jean-Louis Bourgeons
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„Charles IX n’a jamais eu d’affection particulière pour la personne de Coligny, ni pour celle d’aucun des nobles huguenots [...]. Contrairement à toute une légende, Charles IX est avant tout un politique, un être froid et réaliste, agissant en fonction de son intérêt – qui est celui de la France. Ses démonstrations d’amitié envers l’Amiral [...] n’étaient que pure affectation, d’autant plus outrées qu’il fallait maintenir à tout prix la confiance du partenaire protestant [...]; mais l’homme (et plus encore le calviniste) lui était profondément indifférent.“
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Jean-Louis Bourgeon verneint eine Abhängigkeit Karl IX. von seiner Mutter und stellt den König gar als einen mit viel Selbstbeherrschung, diplomatischer Weitsicht und taktischem Geschick ausgestatteten, streng katholischen und tief patriotischen Herrscher Frankreichs dar. Katharina von Medici wird damit alle Macht entzogen, alle Mordanschläge und die von Karl IX. ungewollt folgenden Massaker liegen in den Händen des selbständigen Königs:
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„Il n’est donc pas question de blâmer Charles IX, ni son Conseil, menacés d’une catastrophe imminente où se seraient conjuguées la révolte, la guerre et la banqueroute, d’avoir momentanément abdiqué devant la coalition de ceux qui, à l’évidence, étaient les plus forts. [...] Charles IX s’est finalement résigné à acheter sa paix avec l’Espagne et avec Paris au prix de la vie de Coligny et de celle de ses principaux lieutenants.“
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Bourgeon, der die Mordanschläge des Königs als bewusst angeordnet und einzig dem Zweck der Sicherung der politischen, religiösen und finanziellen Zukunft Frankreichs sieht, kommt zu folgendem, etwas zynisch anmutenden Schluss:
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„Que la royauté ait surmonté pareille épreuve est tout à son honneur, et l’on ne peut que saluer son immense talent politique. Charles IX n’a rien à voir avec les jugements négatifs qui sont de mise à son propos.“
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III. Position Irene Mahoneys
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Irene Mahoney bezeichnet Karl IX. als „leicht zu beeindrucken“ und deshalb manipulierbar. Sie glaubt demnach an die Macht Katharinas von Medici:
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„Das Bild des Königs in jenen letzten Stunden vor dem Blutbad gleicht dem einer Puppe, einer armseligen willenlosen Kreatur, genötigt von der Mutter, die er sowohl fürchtete als auch brauchte.“
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Trotz der persönlichen Differenzen zwischen Katharina von Medici und Admiral Coligny will Mahoney ihr jedoch die Verantwortung an dem an ihm verübten Mordanschlags vom 22. August 1572 nicht anlasten:
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„Katharina wurde von dem Vorkommnis in Kenntnis gesetzt, als sie sich gerade zu Tisch gesetzt hatte. Ohne eine Miene zu verziehen, erhob sie sich schweigend und zog sich in ihr Gemach zurück [...]. Ihr Verhalten veranlasste Zúñiga [den spanischen Gesandten] zu einem Bericht [...], dass der Angriff auf Coligny für sie keine Überraschung gewesen wäre. Solche Gedankengänge entbehren indessen der Logik. Sollte in der Tat [...] Katharinas zarte italienische Hand Colignys Todesurteil unterschrieben haben, dann war die Nachricht, dass der Admiral nur verwundet worden sei, gewiss nicht die Nachricht, auf die sie wartete.“
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Die gefährliche Heroisierung des verletzten Admiral Coligny sowie die geplante protestantische Verschwörung hätten Katharina von Medici dann aber zusammen mit ihren italienischen Beratern und ihrem Sohn Heinrich III., dem Herzog von Anjou, dazu veranlasst, den König von der Notwendigkeit der Ermordung Admiral Colignys zu überzeugen. Der folgende verzweifelte Ausspruch Karl IX. habe erst die Liquidierung der andern protestantischen Anführern veranlasst:
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„Tötet sie alle, so dass keiner zurückkommen und mir Vorwürfe machen kann.“
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Die darauf folgenden Massaker seien dem unkontrollierbaren katholischen Mob zuzuschreiben und somit unbeabsichtigt geschehen.
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IV. Position Janine Garrissons
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Janine Garrisson charakterisiert Karl IX. folgendermassen:
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„Ce jeune Homme de 21 ans n’est pas un fanatique bien que sa fonction et son rôle fassent de lui un catholique obligé, qu’il aime à chasser, à jouer, à danser et parfois à forger le fer avec frénésie quand le prennent de fréquentes crises de colère ou d’angoisse.“
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Entsprechend labil beurteilt sie den König, der von allen, besonders aber von seiner Mutter habe manipuliert werden können. Sehr einfach scheint diese Steuerung Karl IX. durch Katharina von Medici aber nicht gewesen zu sein. Vielmehr ist Garrisson der Ansicht, der König habe versucht, sich nach und nach vom Einfluss seiner Mutter zu lösen und sei deshalb zur Marionette aller geworden. Katharina von Medici habe sich somit mächtig ins Zeug legen müssen, wenn sie ihren Sohn wieder einmal von einer bestimmten Tat habe überzeugen wollen:
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„Au cours d’une scène mémorable dont la reine mère a le secret, elle arrive cependant à reconquérir Charles IX. Les arguments de Catherine, postérieurs à ceux de l’amiral, sont sans doute plus forts. Elle invoque ses sacrifices, agite son départ probable pour Florence, vitupère les huguenots rebelles et souligne le double jeu pervers d’Elizabeth d’Angleterre.“
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Das Attentat am 22. August 1572 sieht Garrisson von Katharina von Medici, ihrem Sohn Heinrich III., dem Herzog von Anjou, und den Guisen organisiert. Dass Misslingen des Mordanschlags und die damit verbundene Heroisierung Admiral Colignys habe sie zusammen mit Heinrich III. sowie einigen Beratern dazu gebracht, den unsicheren Karl IX. in einer ‚shakespearhaft anmutenden Szene‘ von der Notwendigkeit der Liquidierung Admiral Colignys zu überzeugen. Der überforderte König habe daraufhin entnervt folgenden Ausspruch getätigt, der ungewollt die Ermordung der andern protestantischen Anführer in Gang gebracht habe:
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„Puisque nous trouvions bons qu’on tuât l’amiral, qu’il le vouloit; mais aussi tous les huguenots de France, afin qu’il n’en demeurat pas un qui lui put reprocher après, et que nous y donnassions ordre promptement.“
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Dieser Ausspruch, dessen hasserfüllte und deshalb übertriebene Umsetzung und anschliessend der katholische Mob seien die eigentlichen Urheber der zahlreichen, unbeabsichtigten Massaker während und im Anschluss an die Bartholomäusnacht gewesen.
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V. Position Jean Orieux’
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Jean Orieux glaubt an die Macht Katharinas von Medici, wenn auch nicht immer zwingend mittels dem unsicheren und deshalb leicht beeinflussbaren Karl IX. Weil dieser jedoch zunehmend auf die Ratschläge Admiral Colignys eingegangen sei, habe Katharina von Medici beschlossen, diesen ermorden zu lassen:
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„L’amiral était prêt à tout. C’était la guerre à mort, lui ou la royauté. C’est dans le silence qui suivit cette menace que l’idée du meurtre naquit en Catherine. Coligny venait de passer les bornes; sa présence, son existence même devenaient intolérables. La monarchie était faible, certes, mais tant que Catherine avait droit de regard, la monarchie existait. Sa propre vie se confondait avec celle du trône de ses enfants.“
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Um sich vor möglichen Racheakten der Protestanten zu schützen, habe sie den Guisen den Mordanschlag aufgetragen, auch in der Hoffnung, die darauf folgenden Auseinandersetzungen würden den Anführern beider Parteien das Leben kosten, was das französische Königshaus gestärkt aus den Morden hätte hervorgehen lassen.
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Doch das Misslingen des Attentats habe ihre Pläne über den Haufen geworfen. Die Protestanten hätten sich nicht führerlos in die Defensive geflüchtet, sondern um den Verwundeten gesammelt und Offensivpläne geschmiedet. Damit seien diese zu einer Gefahr für sie persönlich, das französische Königshaus und ganz Frankreich geworden:
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„Pour Catherine, le danger n’était plus dans l’assassinat d’un particulier mais dans les conséquences politiques de cette mort ratée.“
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Um diese Gefahr zu beseitigen, habe sie zusammen mit ihren italienischen Beratern den König von der Notwendigkeit der Liquidierung der protestantischen Anführer überzeugt:
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„Il faut massacrer tous les chefs protestants avant qu’ils ne prennent la tête du soulèvement. [...] Il ne manque que l’essentiel, l’ordre du roi. [...] En cette heure, le sort de la monarchie française est dans la main d’une reine italienne et de cinq conseillers italiens. Plus déterminée que jamais, entourée de ses fidèles, elle reprend le chemin du Louvre et de l’appartement du roi. [...] Catherine, le sentant vacillant, lui porta le dernier coup qui allait l’écraser. [...] Charles IX hors de lui, en hurlant, donna son accord: ‚Tuez-les tous!’ [...] Cela représentait pour Catherine et ses conseillers l’exécution d’une vingtaine de chefs protestants.“
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Die Guisen, mit den Ermordungen beauftragt, hätten in ihrem Fanatismus aber ein endgültiges Zeichen setzen wollen und mit den bereitgestellten Milizen die zahlreichen Massaker der Bartholomäusnacht angestiftet:
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„Ils avaient des projets plus ambitieux que l’exécution de vingt chefs protestants. Puisque le roi avait dit: ‚Tuez-les tous!’, eh bien on tuerait tous les calvinistes, grands et petits.“
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VI. Position einiger Zeitgenossen
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Mitte 1574, nach dem Tod Karl IX. und vor der Krönung seines Bruders Heinrich III., dem Herzog von Anjou, als Katharina von Medici offiziell zur Königin ernannt wurde, erschien ein Werk mit dem Titel ‚Discours Merveilleux De La Vie Actions Et Deportements De Catherine de Medicis Roine Mere’, dessen Autorenschaft weiterhin unklar ist. Das politisch motivierte Werk, welches zuweilen mit grotesken Argumenten aufwartet, demonstriert die Hassgefühle der Protestanten gegenüber Katharina von Medici im Anschluss an die Bartholomäusnacht sehr eindrücklich und öffnet damit eine neue Perspektive auf deren Beteiligung an den damaligen Geschehnissen:
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„Catherine’s greatest coup, of course, was the St. Bartholomew’s massacres [...]: the massacres were really not aimed at the Protestants at all. Their true target was the French nobility. They were the first step in a calculated campaign to exterminate an entire social class [...]. The massacres, of course, had been plotted for years in advance. All policy had been manipulated solely to lure great aristocratic leaders to Paris so that they could be assassinated.“
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Katharinas von Medici unendliche Boshaftigkeit sollte damit unter Beweis gestellt werden. Sie sei deshalb auch alleine für die Mordanschläge und die Massaker verantwortlich:
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„The massacres did not live up to Catherine’s hopes, as the killing had been largely limited to Huguenots. She had prepared a much longer list of intended victims [...]. The duke of Guise had not really wanted to be involved in the massacres [...]. Guise, however, personally intervened to save the lives of several Huguenot noblemen and he refused to permit general massacre [...]. The Parisian mob, to be sure, was responsible for many of the deaths in the capital. But it had been stirred to action by the transparently false report that the king was in danger, and had continued on the rampage in order to settle personal grudges and to collect loot. There was no religious fanatiscm at work there.“
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Diese These wird, zumindest in ihrem Ansatz, auch von einigen katholischen Quellen gestützt. So ist beispielsweise von einem gewissen Camillo Capilupi, einem Katholiken, folgendes Urteil überliefert:
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„[Die Bartholomäusnacht] geschah durchaus nicht zufällig und von ungefähr, noch wurde sie unternommen wegen der Frechheiten, die sich die Hugenotten nach dem Tod des Admirals jüngst herausnahmen, was einige behaupten und den anderen weiszumachen suchen; diese Leute meinen, die Ermordung des Admirals könne sehr wohl beschlossene Sache gewesen sein, zu dem allgemeinen Gericht sei es dann aber zufällig gekommen, zwangsläufig und weil sich die Gelegenheit bot. Dass diese Meinung ganz falsch ist, erkennt man, wenn man nur alles, was im Zusammenhang mit diesem Vorkommnis unternommen wurde, genau prüft, ebenso wie die vielen untrüglichen Anzeichen, in denen Absicht und Gedankengänge des Königs und der Königin seit langem, zu verschiedenen Malen und vor verschiedenen Personen, deutlich geworden waren.“
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Auch Giovanni Michieli, der Gesandte des katholischen Venedigs, war der Meinung, dass die Massaker minutiös von Katharina von Medici geplant gewesen waren:
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„Die ganze Affäre [ist] von Anfang bis Ende das Werk der Königin gewesen [...]: sie hat es ausgedacht, angestiftet und glücklich zu Ende geführt; beteiligt war nur ihr Sohn, der Herzog von Anjou. Seit langem schon trug sich die Königin mit diesem Plan. [...] Zu keinem anderen Zweck hat sie mit solchem Übereifer auf die Verbindung ihrer Tochter mit Navarra hingearbeitet [...]. Es geschah, um die Hochzeit in Paris halten zu können und den Admiral sowie die anderen Führer dieser Partei dabeizuhaben. Darauf rechnete sie, und es gab kein anderes Mittel noch eine bessere Gelegenheit, sie dorthin zu locken.“
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Gemeinsam ist all diesen Quellen der Aspekt, dass Katharina von Medici, aus welchen Gründen und mit welcher Berechtigung auch immer, alle Mordanschläge wie auch die Massaker geplant und den König als Marionette benutzt hat. Aufgrund der fehlenden Objektivität muss die Glaubwürdigkeit der Zeitgenossen jedoch angezweifelt und deren Urteile damit stark relativiert werden.
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VII. Zusammenfassung
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Mit Ausnahme von Bourgeon sind die Autoren und Autorinnen alle der Ansicht, dass Katharina von Medici Karl IX. manipulieren konnte und die Macht besass, die Mordanschläge oder auch die Massaker zu planen und durchzuführen.
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Die Beteiligung der Königsmutter an den Mordanschlägen wird äusserst unterschiedlich beurteilt: Bourgeon spricht ihr die Möglichkeit der Beteiligung ab, Mahoney glaubt an zwangsbedingte Reaktionen, Garrisson betrachtet sie als Verantwortliche an beiden Mordanschlägen an und nur an Admiral Coligny und Orieux sowie natürlich die von mir eingebrachten Zeitgenossen sehen sie als Schuldige für alle Mordanschläge an.
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Die Massaker werden nur von Orieux und den von mir eingebrachten Zeitgenossen als geplant angesehen, jener betrachtet sie aber als von den Guisen initiiert. Interessant scheint mir die Tatsache zu sein, dass sich keiner der Autoren und Autorinnen mit der Frage beschäftigt hat, ob ein solches Massaker überhaupt geplant (und damit kontrolliert) werden kann.
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Die tabellarische Auswertung der eben dargelegten Ergebnisse ergibt folgende Übersicht:
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| Beteiligung K.v.M. an... |
der Macht |
dem Anschlag vom 22.8.1572 |
den Anschlägen vom 24.8.1572 |
den Massakern |
| Bourgeon |
O |
O |
O |
O |
| Mahoney |
X |
O |
O |
O |
| Garrisson |
X |
X |
O |
O |
| Orieux |
X |
X |
X |
O |
| Zeitgenossen |
X |
X |
X |
X |
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4. Persönliche Beurteilung
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Wie in der Vorbemerkung des zweiten Kapitels angesprochen, legt die Schilderung der Ursprünge des Massakers die Grundzüge meiner Interpretation bereits dar. Bezüglich der Beteiligung Katharinas von Medici erachte ich zudem folgende Argumente als die Überzeugendsten:
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Karl IX. hinterlässt als Regent einen äusserst schwachen Eindruck, Katharina von Medici dagegen scheint, zumindest 1572, eine enorm zielbewusste Persönlichkeit gewesen zu sein. Der langjährigen Königin bzw. Königsmutter in dieser Konstellation die Macht abzusprechen, klingt für mich unglaubwürdig.
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Katharina von Medici hat mehrere Jahrzehnte lang mit diplomatischen Mitteln versucht, Frankreich vor Kriegen zu bewahren und das innere Gleichgewicht um das Königshaus zu erhalten: Die Hochzeit am 18 August 1572 sollte ein Zeichen dafür an Katholiken und Protestanten, an Spanier und Engländer sein. In diesem Moment der Hoffnung traue ich der gewieften Königsmutter einen Mordanschlag auf Admiral Coligny, dessen voraussehbaren innen- und aussenpolitischen Konsequenzen all ihre Anstrengungen zwangsläufig zunichte machen mussten, schlicht nicht zu.
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Die möglichen politischen und religiösen Konsequenzen im Anschluss an das Attentat vom 22. August 1572, also ein möglicher französisch-spanischer Krieg (weil Admiral Colignys Einfluss auf den verunsicherten König nun noch grösser geworden war) und der Verlust des inneren Gleichgewichts (wegen der drohenden Aufstände der Protestanten) erachte ich aber als ausreichend, um Katharina von Medici die Verantwortung für die Morde an den protestantischen Anführern vom 24. August 1572 zu geben. Die Beschränkung auf Admiral Coligny halte ich für äusserst unwahrscheinlich, weil damit die angesprochenen politischen und religiösen Konsequenzen nicht hätten verhindert werden können.
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Obwohl ich Katharina von Medici zutraue, die benötigte Kaltschnäuzigkeit für die Planung der Massaker zu besitzen, halte ich sie für umsichtig genug, die Sinnlosigkeit eines solchen Vorgehens zu erkennen. Ich beurteile zudem die Planbarkeit von Massakern in diesem Ausmass als unmöglich. Aufgrund der Brutalität der Ereignisse sowie der ökonomischen Situation scheint die Eigendynamik des Mobs die einzig realistische Erklärung für die Massaker im Anschluss an die Bartholomäusnacht zu sein. Dass die Königsmutter, seit Jahren ohne direkten Kontakt zum Volk lebend, diese Eigendynamik unterschätzt hat, klingt einleuchtend.
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Ergänzend zur tabellarischen Übersicht des dritten Kapitels lässt sich meine persönliche Beurteilung abschliessend wie folgt darstellen:
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| Beteiligung K.v.M. an... |
der Macht |
dem Anschlag vom 22.8.1572 |
den Anschlägen vom 24.8.1572 |
den Massakern |
| Persönliche Beurteilung |
X |
O |
X |
O |
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Meiner Meinung nach hat Katharina von Medici also versucht, Frankreich einzig mit diplomatischen Mitteln zu stabilisieren. Nicht alle waren jedoch bereit, diesen oftmals unproduktiven Weg zu gehen und liessen sich deshalb zu überstürzten, provokativen Handlungen hinreissen, welche die Königsmutter zu einer Reaktion zwangen. Dass diese Reaktionen, wie im Falle der Bartholomäusnacht, vielfach als unüberlegt, ja falsch beurteilt werden müssen, kann ihr, verstrickt in die ständigen Intrigen des Louvres, nur beschränkt vorgeworfen werden. Die Verantwortung für die Reaktionen wie auch für deren Folgen trägt sie als eigentliche Regentin des Landes aber trotzdem.
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5. Bibliographie
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Quellen
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Capilupi, Camillo: Le Stratagème de Charles IX contre les huguenots rebelles à Dieu in: Erlanger, Philippe: Bartholomäusnacht - Die Pariser Bluthochzeit am 24. August 1572, München 1966, S. 240.
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|
Cazauran, Nicole (Hrsg.): Discours Merveilleux de la vie, actions et deportements de Catherine de Médicis, Royne-mère, Genève 1995.
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|
Michieli, Giovanni: Relation du massacre in: Erlanger: Bartholomäusnacht - Die Pariser Bluthochzeit am 24. August 1572, München 1966, S. 240.
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Literatur
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Bourgeon, Jean-Louis: Charles IX Devant La Saint-Barthélemy, Genève 1995.
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|
Erlanger, Philippe: Bartholomäusnacht - Die Pariser Bluthochzeit am 24. August 1572, München 1966.
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|
Garrisson, Janine: La Saint-Barthélemy, Bruxelles 1987.
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|
Kingdon, Robert M.: Myths about the St. Bartholomew’s Day Massacres 1572-1576, Cambridge (Massachusetts)/London 1988.
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Mahoney, Irene: Katharina von Medici - Königin von Frankreich, München 19953.
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Orieux, Jean: Catherine De Médicis ou La Reine noire, Flammarion 1986.
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