Kriege als Erinnerungsgemeinschaften

0. Inhaltsverzeichnis
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1. Kriege als Erinnerungsgemeinschaften
2. Zeichen der Kollektiverinnerung: Darstellungen
3. Anhang
4. Bibliographie
 
1. Kriege als Erinnerungsgemeinschaften
Bis heute sind Schlachten Kristallisationspunkte nationalen Bewusstseins geblieben: Eine gemeinsam oder von gemeinsamen Vorfahren ausgetragene Schlacht stiftet Identität und stärkt so das Zusammengehörigkeitsgefühl einer Gemeinschaft. Als mehr oder weniger aktuelles Beispiel sei hier das Amselfeld im Kosovo als Altar des serbischen Nationalismus erwähnt.
Doch bereits im Mittelalter wurden Schlachten, Schauplätze von Schlachten oder deren Protagonisten instrumentalisiert und propagandistisch ausgebeutet. Diese Instrumentalisierung diente zum Einen der bereits genannten Identitätsstiftung, zum Andern einer besonders vom Adel praktizierten Demutsbezeugung: So war beispielsweise die Praxis, auf Schlachtfeldern und zur Erinnerung an Schlachten Gedächtniskapellen, -kirchen oder gar Klöster zu errichten, eine weit verbreitete Tradition.
Die Identitätsstiftung und Demutsbezeugung sollte jedoch nicht ein einmaliges Ereignis bleiben. Sowohl Volk wie Obrigkeit hatten ein Interesse daran, die Ereignisse im öffentlichen Raum präsent zu halten und mittels Ritualisierungen eine eigentliche Traditionsbildung zu betreiben. So schreibt etwa Richard Wolfram:
„Durch die Schlachtjahrzeit wird die volkliche Geschlossenheit, wie sie in den Kriegen zutage trat, nun auch in friedlichen Zeiten herbeigeführt.“1
Kriege dienten also als Grundlage für die Konstituierung von Erinnerungsgemeinschaften während Friedenszeiten. Im wesentlichen können diesen Kollektiverinnerungen folgende Zwecke zugesprochen werden:
  • Sie stützten das oftmals fragile Gleichgewicht zwischen Volk und Obrigkeit. Klaus Graf umschreibt dies mit den Worten: „Schlachtengedenktage müssen als [...] Teil jener Handlungsgrammatik [verstanden werden], die städtischem Leben eine Form gab und die ein labiles Gleichgewicht zwischen Rat und Gemeinde aufrecht hielt.“2
  • Sie stärkten den Stolz und damit das Selbstbewusstsein der Menschen für kommende Auseinandersetzungen und förderten die Bindung zur Heimat. Ein wichtiger Punkt gerade in einer Zeit, in der sich die Menschen durchschnittlich kaum mehr als 20-30km von ihrem Geburtsort entfernten.
  • Sie dienten dem Volk als leuchtendes oder abschreckendes Beispiel. Klaus Graf fasst dies wie folgt zusammen: „Die Obrigkeit verfolgte didaktische Zwecke, wenn sie [...] den Ratsmitgliedern und der Gemeinde ein warnendes oder anspornendes historisches Exemplum vor Augen führte: als Ansporn zu innerstädtischer Solidarität und zu Heldentum, als Warnung vor bürgerlicher Uneinigkeit und Verrat“3.
  • Sie zollten den Gefallenen und deren Hinterbliebenen Wertschätzung. Ich zitiere dazu erneut Klaus Graf: „Der materiellen Fürsorge, die der Frau und den Kindern eines für die Stadt gefallenen Bürgers gewährt wurde, entsprach die spirituelle Fürsorge durch das Totengedenken für jene, die sich für die Stadt aufgeopfert hatten.“4
  • Sie dienten der Ablenkung vom Alltag. Weil die Gedenktage meist als Feiertage mit Dorffest und ähnlichen Veranstaltungen begangen wurden, stellten sie eine willkommene Abwechslung dar.
  • Es scheint nun angebracht, einen solchen Gedenktag etwas ausführlicher darzulegen. Dazu ein Textausschnitt aus ‚Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover’ über den Gedenktag der Ursulanacht 1371 der Stadt Lüneburg, wo ein nächtlicher Überfall durch Herzog Magnus von Braunschweig die städtische Freiheit bedrohte:
    „Der Opfermut der in der Ursulanacht gefallenen Bürger verlangte, dass man ihr Andenken späteren Geschlechtern in dankbarer Ehrung überlieferte. Die vornehmsten Toten, die beiden Bürgermeister und die drei Ratmannen, erhielten daher, jeder an dem Platze, wo er von Feindeshand bezwungen war, einen Gedenkstein. [...] Die Wappenschilder der gefallenen Bürger und Ratsherren wurden in der Hauptkirche der Stadt am nordöstlichen Pfeiler des Chors angebracht, in ihrer Nähe die erbeuteten Fahnen und andere Siegeszeichen. In der Verlängerung der nördlichen Seitenschiffe zu St. Johannis wurde eine Kapelle angebaut zu Ehren der Hl. Ursula und der elftausend Jungfrauen, deren hülfreicher Mitwirkung man den Sieg vom 21. Oktober wesentlich zuschrieb. Derselbe Tag wurde zu einem Gedenkfeste der Stadt erhoben. [...] Hauptmomente der stürmischen Zeit wurden im Bilde festgehalten. [...] Eine in Holz geschnitzte Figur [...] verewigt das Bild des tapferen Bäckers, der in der Ursulanacht 22 Feinde erschlug. [...] Eindrucksvoller als die geschriebene Überlieferung geben alle diese Erinnerungszeichen kund, dass die Bürgerschaft die Abwehr der herzoglichen Tyrannei als ihren Freiheitskrieg auffasste“5.
    Der Text zeigt deutlich die drei von mir zu Beginn genannten wesentlichen Merkmale einer Kollektiverinnerung: Die Identitätsstiftung der Schlacht, welche die Bürger als „ihren Freiheitskrieg“ auffassen, die Demutsbezeugung in Form des Kapellenbaus sowie die Ritualisierung in Form eines alljährlichen Gedenkfestes.
    Ich möchte nun etwas näher auf die Zeichen solcher Kollektiverinnerungen eingehen: Im Textausschnitt genannt wurden Gedenksteine, Gegenstände, Bilder und Holzfiguren, weit verbreitet waren auch Inschriften, Gedächtnistafeln, Zeitsprüche, Lieder und Gedichte oder auch Nahrungsmittel wie spezielles Gebäck oder Brot. Dass kirchliche Messen und Prozessionen z.T. unter Strafe dazugehörten, versteht sich von selbst. Einen ‚offiziellen Überlieferungsauftrag’ und damit einen Sonderstatus besassen ferner die Chroniken. Ich werde mich aufgrund der Gemeinsamkeiten im folgenden auf eine detaillierte Betrachtung von Darstellungen beschränken und glaube, damit die historisch wesentlichen Merkmale all dieser Erinnerungszeichen aufzeigen zu können.
     
    2. Zeichen der Kollektiverinnerung: Darstellungen
    Bei der Betrachtung mittelalterlicher Darstellungen fällt auf, dass es deutlich mehr Darstellungen von Krieg als solche von Frieden gibt – was sich bis und mit den heutigen Nachrichten nicht geändert hat. Weiter fällt auf, dass die kriegerischen Darstellungen oft sehr brutal ausfallen. Diese beiden Punkte lassen darauf schliessen, dass das Sensationsbedürfnis der im Mittelalter lebenden Menschen kaum kleiner als unser heutiges gewesen ist.
    Diese beiden Punkte lassen aber auch den Schluss ziehen, dass kriegerische Darstellungen als Appell für den Frieden verstanden wurden. Klaus Arnold vertritt diese seine These, indem er anführt, dass gerade im Ehrverständnis der Menschen verpönte Taten wie der Kinder- und Frauenmord besonders explizit dargestellt würden:
    „Dieser Topos des Überfalls auf ein friedliches Dorf [...] ist als Versinnbildlichung der Schrecken des Krieges und des Leidens der Menschen in der mittelalterlichen Kunst vielfach belegt. [...] Die Folgen tragen die nicht kriegführenden Teile der Bevölkerung, Frauen und Kinder, Witwen und Waisen [...]. Es erscheint kaum vorstellbar, solche Bilder als wertfreie Darstellungen des Kampfgeschehens zu werten“6.
    Dieses Ehrverständnis der Menschen wird auch in Schlachtendarstellungen deutlich: Die eigentlichen Gemetzel der mittelalterlichen Schlachten entsprechen kaum der Vorstellung des ehrhaften ritterlichen Duells und werden entsprechend negativ abgebildet (vgl. Anhang, Abbildung 1):
    „In diesem Zusammenhang [ist] auf den Kupferstich der ‚Grossen Schlacht’ von 1433 zurückzukommen. Peter Schmidt hat deutlich gezeigt, dass die Darstellung von Gewalt auf diesem Blatt das sonst bei diesem Sujet Gezeigte bei weitem übertrifft. Während das ‚Entrüsten’ Gefallener und abgeschlagene Glieder bereits [...] zur Darstellung gekommen sind, erweist eine genauere Betrachtung der Tötungsszenen in der ‚Grossen Schlacht’, dass sie nicht den offenen Kampf zeigen, sondern stets den Augenblick festhalten, in dem einer der Beteiligten getötet wird, ohne sich noch wehren zu können. Die grausame Tötung Hilfloser, das unentrinnbare Gemetzel anstelle ritterlicher Kampfesweise wird zum Kennzeichen der Schlachtenschilderung. Das Ganze gipfelt in ‚Kettentötungen’: Männer, die töten, werden im gleichen Augenblick selbst getötet – ein unheroischer Kampf kennt nur Verlierer.“7
    Neben den Ehrvorstellungen prägen vorwiegend religiöse und mythologische Vorstellungen die Abbildungen des Mittelalters. Römische und griechische Gottheiten, biblische Gestalten und z.T. auch andere sagenumwobene Helden tauchen in den Bildern auf und verleihen ihnen einen tieferen Sinn (vgl. Anhang, Abbildung 2):
    „Der linke der gleich grossen quadratischen Holzschnitte zeigt den doppelköpfigen Gott Janus [den Türwächter] an einer gedeckten Tafel sitzend mit einem riesigen Schlüssel, mit dem er Mars [dem Kriegsgott] den Tempel öffnet, in der linken und einem Stab in der rechten Hand. Ihm zur Seite steht Merkur [der Gott des Handels] in Gestalt eines reich gekleideten Kaufmanns mit gefüllter Geldbörse. Zwei Musikanten mit ihren Trompeten symbolisieren den Einklang zwischen Mensch und fruchtbarer Natur, im Hintergrund personifiziert durch pflügende, eggende und ihr Vieh weidende Landleute. Doch Janus blickt ebenso gleichmütig auf das Bild des Krieges: Der gerüstete Mars ist mit Schild und einer Standarte bewehrt, deren Darstellung möglicherweise die Häupter der Hydra oder die lodernden Flammen, in denen Mars steht, zeigen.“8
    Ein in Qualität und Symbolik hochstehendes Beispiel stellt der ‚Sala del Mappamondo’ des Sieneser Palazzo Pubblico dar, der an seiner rechten Wand Darstellungen der Guten, an seiner linken Darstellungen der Schlechten Regierung aufweist. Diese herrlichen Allegorien auf Krieg und Frieden möchte ich ebenfalls detailliert vorstellen (vgl. Anhang, Abbildungen 3-6):
    „Die Bildwand der Schmalseite wird [...] beherrscht von der in Schwarz und Weiß gewandeten sitzenden Figur des ‚ben commun’, des Gemeinwohls und zugleich der Stadt, deren Farben der bärtige Greis als königlichen Habitus trägt. Er hält ein Szepter in seiner rechten und in seiner linken Hand das Siegel der Stadt, auf dem die Madonna mit dem Kind dargestellt ist. Um sein bekröntes Haupt sind die Buchstaben ‚C S C V’ (Commune Senarum Civitas Virginis) kreisförmig angeordnet, darüber die Kardinaltugenden FIDES, CARITAS und SPES als geflügelte Halbfiguren gruppiert. Zu Füßen des Herrschers werden die nackten sagenhaften Zwillinge Aschius und Senius von einer Wölfin genährt. Auf einer Bank sitzen zu beiden Seiten die Figuren der Tugenden PAX, FORTITVDO und PRVDENTIA (zur Rechten) sowie zur Linken der Herrschergestalt MAGNANIMITAS, TEMPERANTIA und IVSTITIA mit ihren zugehörigen Symbolen. Besonders hervorgehoben und ins Auge fallend ist hierbei die in ein weißes, weich fallendes Gewand gekleidete PAX, welche sich als einzige auf ein weiches Kissen stützt, unter dem Teile von Rüstungen zu erkennen sind [...].
    Etwa auf gleicher Höhe und annähernd in der Größe der Tugenden erkennt der Betrachter links die in ein reiches rotes Gewand gehüllte und auf einem eigenen Sessel thronende IVSTITIA. In Kniehöhe hält die Gerechtigkeit mit beiden Händen die Schalen einer Waage im Gleichgewicht, welche von einer geflügelten und bekrönten, über ihr schwebenden SAPIENTIA gehalten wird. [...] Zu beiden Seiten der Gerechtigkeit sprechen zwei Engelsgestalten [...] das ausgleichende (COMVTATIVA) und das austeilende (DISTRIBVTIVA) Recht. Im Vordergrund und zu Füßen der Gerechtigkeit sitzt die Gestalt der CONCORDIA, wie eine entsprechende Aufschrift auf einem großen Zimmermannshobel verrät, den sie auf ihren Knien hält. Diese Rauhbank symbolisiert zweifelsohne ihre Fähigkeit, jede Zwietracht unter den Bürgern zu schlichten. Mit ihrer Linken vereinigt [...] die Eintracht eine weiße und eine rote Schnur, die von den Waagschalen der IVSTITIA ausgehen, und reicht diese an einen Zug von 24 reich gewandeten Bürgern weiter, der sich auf den Thron des genannten Greises zubewegt, welcher für die Stadt und das Gemeinwohl steht. Dahinter sind Gewappnete zu erkennen; ihnen entsprechen auf der Gegenseite unter den - wohl erneuerten - Tugenden der Großmut, der Mäßigkeit und (erneut) der Gerechtigkeit ebensolche zu Fuß und zu Pferd, die eine Gruppe Gefangener bewachen.“9
    „Im Mittelpunkt thront TYRANNIDES, die für die Misere verantwortlich ist; zu ihren Füssen eine gefesselte IVSTITIA mit den funktionslos gewordenen Waagschalen zu ihrer Seite [...]. Wie das [...] personifizierte Gemeinwohl wird hier die Schreckensherrschaft von je drei Untugenden zu ihren Seiten eingerahmt, die als CRVDELITAS, PRODITIO und FRAVS zur Rechten und als FVROR, DIVISIO und (durch die Umschrift ihres Schildes als) GVERRA zur Linken gekennzeichnet sind. Über der dunkel gewandeten, mit verkrampften Zügen wiedergegebenen, gehörnten, zähnefletschenden Tyrannei, die durch eine goldene Schale in ihrer Linken und den Ziegenbock zu ihren Füssen mit ‚Babylonia’ gleichgesetzt wird, schweben SVPERBIA, AVARITIA und VANAGLORIA mit signifikanten Attributen.
    Mit besonderer Eindrücklichkeit sind ‚Zwietracht’ und ‚Krieg’ gestaltet: DIVISIO als weibliche Figur in den Sienesischen Farben, das Weisse ihres Gewandes beschriftet mit SI, das Schwarze mit NO, und dabei, ihren eigenen Körper mit einer Säge zu zerteilen; ihr zur Seite die dunkel gewandete Gestalt der GVERRA. Im Vordergrund sind Kinder nunmehr mühsam zu erkennen, die von Bewaffneten verfolgt und mit dem Dolch bedroht werden. Vor DIVISIO und GVERRA sind weitere Krieger sowie zwei aufeinander liegende Getötete mit blutenden Wunden dargestellt.“10
    Dass mittelalterliche Darstellungen keinesfalls wertfrei waren, ist bereits hinsichtlich der Ehrvorstellungen der Menschen festgestellt worden. Noch viel deutlicher wird diese Subjektivität, wenn anstelle der Art und Weise der Darstellungen deren eigentlicher Inhalt untersucht wird. Dieter Mertens zeigt dies deutlich in einem Vergleich zwischen den Abbildungen aus der Chronik des Niclas Schradin, der Reimchronik des Johannes Kurtz und der Bodenseekarte des unbekannten Meisters P.W., die alle den sogenannten Schwabenkrieg zwischen Maximilian I. und den Eidgenossen im Jahre 1499 beinhalten: Schradin schreibt für die Eidgenossen, Kurtz für die Schwaben und Meister P.W. für Maximilian I. Entsprechend verschieden fallen Legitimation, Ablauf und Ausgang des Krieges aus (vgl. Anhang, Abbildungen 7 & 8):
    „Die Eroberung und Einäscherung der kleinen Stadt Tiengen am Hochrhein wird vom Meister P.W. in der Beischrift korrekt benannt“11: „TINGE EIN STAT VAN SWEITZERN GEWONE UND VERBRANT“. „Im Bild wird freilich weder gekämpft, noch brennt die Stadt, vielmehr steht ein Haufe Kriegsleute [ohne Parteiabzeichen] untätig vor der Stadt. Ganz anders das Bild Schradins. Es zeigt den Vollzug eines Schandrituals, zu dem die Schweizer die Bewohner bei der Übergabe der bereits brennenden Stadt zwingen. Durch die Parteiabzeichen ist klar, wen die Schande trifft.“12 Die Beischrift lautet: „Wie Düungen erobert und gewunnen und plünderet ward und die küngilche Flagket dar von geloffen und verpranndt ward“.
    Die Darstellung der Schlacht auf der Malser Heide stellt Meister P.W. anhand einer Kampfszene dar, „in der weder Bild noch Beischrift eine Parteinahme zu erkennen geben“13: „OF DISSER MALSER HEIDE WART FIL FOLX ERSLAGEH“. Als bemerkenswertesten Befund dürfte zudem die Tatsache gelten, dass in der Überschrift der Bodenseekarte von einem ‚COFLICTUS’, nicht aber von einem ‚BELLUM’ die Rede ist: Mertens sieht darin eine Rechtfertigung Maximilians I., der im verlorenen Krieg keine von Gott verhängte Niederlage sehen will14. Bei Schradin hingegen zeigt die Schlacht auf der Malser Heide „ein ‚iudicium belli’ [...], das Gott zugunsten der Schweizer ausgehen lässt.“15 Entsprechend lautet auch die Beischrift: „Wie die grawen pündt mit unseren vinden off der malser heid gestritte hand“ (vgl. Anhang, Abbildung 9 & 10).
    Erinnerungszeichen wie beispielsweise Darstellungen sind also der Schlüssel zu den Kollektiverinnerungen an die jeweiligen Ereignisse. Entsprechend gross war deshalb für alle Beteiligten der Drang zur Instrumentalisierung: Weder Bilder noch Chroniken oder andere Zeichen dürfen somit als objektive Überlieferungen betrachtet werden. Kulturelle, soziale, politische und religiöse Motive flossen in die Überlieferungen ein und vermittelten den Betrachtenden die gewünschte Interpretation – aufgrund des dürftigen Informationsaustauschs der damaligen Zeit ein viel einfacheres Unterfangen als beispielsweise heute. Mit entsprechender Vorsicht und Distanz sind diese Erinnerungszeichen von Historikern und Historikerinnen denn auch zu deuten.
     
    3. Anhang
     

    Abbildung 1
     

    Abbildung 2
     

    Abbildung 3
     

    Abbildung 4
     

    Abbildung 5
     

    Abbildung 6
     

    Abbildung 7
     

    Abbildung 8
     

    Abbildung 9
     

    Abbildung 10
     
    4. Bibliographie
    Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover III - 3/2, Hannover 1906.
    Arnold, Klaus: Bilder des Krieges – Bilder des Friedens in: Fried, Johannes: Träger und Instrumentarien des Friedens im Hohen und Späten Mittelalter, Sigmaringen 1996.
    Graf, Klaus: Schlachtengedenken im Spätmittelalter in: Altenburg, Detlef / Jarnut, Jörg / Steinhoff, Hans-Hugo (Hrsg.): Feste und Feiern im Mittelalter, Sigmaringen 1991.
    Mertens, Dieter: Die sogenannte Bodenseekarte des Meister PW in: Brunner, Horst (Hrsg.): Der Krieg im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit - Gründe, Begründungen, Bilder, Bräuche, Recht, Wiesbaden 1999.
    Wolfram, Richard: Studien zur älteren Schweizer Volkskultur, Wien 1980.
     

     
    1 Wolfram: Studien zur älteren Schweizer Volkskultur, S. 91.
    2 Graf: Schlachtengedenken in: Altenburg / Jarnut / Steinhoff: Feste und Feiern im Mittelalter, S. 66.
    3 Graf: Schlachtengedenken in: Altenburg / Jarnut / Steinhoff: Feste und Feiern im Mittelalter, S. 66.
    4 Graf: Schlachtengedenken in: Altenburg / Jarnut / Steinhoff: Feste und Feiern im Mittelalter, S. 65.
    5 Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover, S. 8f.
    6 Arnold: Bilder in: Fried: Träger und Instrumentarien des Friedens, S. 567.
    7 Arnold: Bilder in: Fried: Träger und Instrumentarien des Friedens, S. 569f.
    8 Arnold: Bilder in: Fried: Träger und Instrumentarien des Friedens, S. 576.
    9 Arnold: Bilder in: Fried: Träger und Instrumentarien des Friedens, S. 580f.
    10 Arnold: Bilder in: Fried: Träger und Instrumentarien des Friedens, S. 582f.
    11 Mertens: Bodenseekarte in: Brunner: Krieg, S. 288.
    12 Mertens: Bodenseekarte in: Brunner: Krieg, S. 288.
    13 Mertens: Bodenseekarte in: Brunner: Krieg, S. 288.
    14 Mertens: Bodenseekarte in: Brunner: Krieg, S. 287f.
    15 Mertens: Bodenseekarte in: Brunner: Krieg, S. 288.